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Schmerzen der Halswirbelsäule, des Nackens, der Schulter

Symptome - Selbstcheck

Verspannungen und Verhärtungen
Schmerzhafte Bewegungssteife
Ausstrahlende Schmerzen, Einschlafende Arme/Finger
Kopfschmerzen, Schwindel und Ohrgeräusche

Verspannungen und Verhärtungen

Symptome

Verspannungen und Muskelverhärtungen im Bereich der Halswirbelsäule ziehen sich oftmals bis in die Schulterregion und den oberen Bereich der Brustwirbelsäule. Dies kann mit einem Gefühl der Verspanntheit oder einer nicht ganz freien Beweglichkeit verbunden sein. Manchmal bestehen auch keine offensichtlichen Beschwerden, nur wenn die Muskeln untersucht werden, spürt man dort eine Härte. Erst bei Anspannung oder Druck auf den verhärteten Muskel kommt es dann zum Auslösen von Schmerzen.

Durch die Muskelverspannung kann es auch zu einer Behinderung des Lymphabflusses kommen, wodurch ein Anschwellen der Finger und Hände entsteht.

Selbstcheck

Überprüfen Sie die Muskeln des Halses, indem Sie mit Ihren Händen über den seitlichen Halsbereich und über den hinteren Anteil der Schulter streichen. Durch leichten Druck können Sie dabei die oberflächlichen Muskeln spüren. Bei Muskelverspannungen ist die Muskulatur verhärtet oder schmerzhaft. Durch die vorsichtige, meist als angenehm empfundene Massage lassen sich die verhärteten Bezirke oder Muskelstränge herausfinden.

Mögliche Ursachen

Eine Muskelverspannung ist die Folge der Überreizung eines Muskels, die zu einer Verkrampfung der Muskelfasern führt. Die entstehende Verhärtung des Muskels verliert bei längerem Bestehen oftmals an Schmerzhaftigkeit. Durch diese Dauerspannung des Muskels kommt es dazu, dass die Muskelfasern in diesem Bereich nicht mehr so gut durchblutet werden. Der Stoffwechsel im Muskel ist so stark vermindert, dass ein negativer Kreislauf entsteht, aus dem heraus sich die Verspannung nicht mehr allein lösen kann.

Auslösende Situationen

  • Arbeitsplatz und Sitzposition: Die Nackenmuskulatur neigt durch überwiegend sitzende Tätigkeit zu Verspannungen.
  • Wind und Zugluft: Sie kann sich aber auch durch Zugluft, wie z. B. durch ein offenes Fenster, kalten Wind (besonders nach körperlicher Anstrengung), verspannen.
  • Stress und innere Anspannung: Gerade die Nackenmuskeln, der Schulterblattheber und die vorderen Halsmuskeln reagieren sensibel auf innere Anspannung und Stress, indem sie sich anspannen oder sogar verkrampfen.
  • Falsches Training: Ebenso können Verspannungen durch ein unvorsichtiges oder zu schweres Training (Freihantel), Bankdrücken oder das Heben zu schwerer Gegenstände entstehen.
  • Muskelzerrung: Eine plötzliche Überlastung des Muskels führt zu einer Muskelzerrung (Überdehnung), die wiederum eine Anspannung des Muskels auslöst, um vor einer weiteren Verletzung zu schützen.


Schmerzhafte Bewegungssteife

Symptome

Sollte eine Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule bestehen, spricht man von einer Bewegungssteife. Wenn zudem eine schmerzhafte Muskel- verspannung besteht, spricht man von einer schmerzhaften Bewegungs- einschränkung.


Bei der akuten Wirbelblockierung ist die Beweglichkeit nach einer Seite wegen der Schmerzen sehr vermindert, zur anderen Seite kann der Kopf besser gedreht werden. Manchmal lassen sich bei Blockierungen an der Halsseite einzelne schmerzhafte Punkte ertasten.

Selbstcheck

Setzen Sie sich auf einen Stuhl, sodass Sie mit dem Oberkörper gerade sitzen, und drehen Sie den Kopf einmal langsam nach rechts, als ob Sie nach hinten sehen wollten. Die Ausgangsposition, der Blick geradeaus, entspricht der Null-Position. Bei sehr guter Beweglichkeit können Sie den Kopf so weit drehen, dass Sie genau seitlich schauen können, dies entspricht der Position bei 80 bis 90 Grad. Den gleichen Test können Sie für die Gegenseite ausführen. Sollte es auffällige Unterschiede zwischen der Bewegung nach rechts und nach links geben oder die Beweglichkeit im Drehen weniger als 75 Grad sein (das Kinn sollte so weit gedreht werden können, dass es sich, von oben gesehen, weiter seitlich als die Brustwarze befindet), handelt es sich um eine Bewegungseinschränkung. Ein leichter Unterschied zwischen den Seiten ist jedoch normal.


Den gleichen Test können Sie behutsam für das Zur-Seite-Neigen des Kopfes durchführen. Hier sollte beidseits eine Bewegung von 25 Grad möglich sein, für das Vorwärtsneigen 30 Grad und das Rückwärtsneigen 50 Grad (besonders diese Bewegung bitte langsam und mit Vorsicht probieren).


Mögliche Ursachen

Um die Ursachen der Bewegungseinschränkung besser zu verstehen, ist es zunächst wichtig zu überlegen, wie die Bewegungseinschränkung entstanden ist und ob zusätzlich eine Schmerzhaftig-keit vorliegt. Bei einseitigen Muskelverspannungen (siehe Kapitel 1), die z. B. durch Überlastung des Muskels, Wind- oder Kälteeinwirkung entstehen, kann die Dehnung und Verdrehung des entzündeten Muskels schmerzhaft sein, sodass hieraus eine Bewegungseinschränkung resultiert. Der Schmerz lässt jedoch nach einer Dehnung oder Entspannung des Muskels zumeist nach. Bei Blockierungen der kleinen Wirbelgelenke, die die Bewegung von einem Wirbelkörper zum nächsten weiterleiten, wird der Schmerz durch kleine Muskeln, die direkt an der Wirbelsäule ansetzen, ausgelöst. Die tiefliegenden Muskeln sind von außen kaum zu ertasten, sie ermöglichen aber die Fein-steuerung unserer Bewegung und können z. B. durch eine ungeschickte Bewegung oder ein nächtliches Verliegen verkrampfen. Die akute Blockierung selber kann nur durch einen Arzt mit einer speziellen Ausbildung (Chirothe-rapeut, Manualtherapeut oder Osteopath) gelöst werden.


Manchmal gelingt es aber durch muskelentspannende Behandlungen, die Halswirbelsäule so weit zu entspannen, dass sich die Blockierung nach einiger Zeit von selber lösen kann.



Ausstrahlende Schmerzen, Einschlafende Arme/Finger

Symptome

Bei austrahlenden Schmerzen, die durch Muskelverspannungen ausgelöst werden, entsteht zumeist keine sehr große Schmerz -haftigkeit. Oft ist der Schmerz morgens stärker ausgeprägt und verliert sich im Laufe des Tages durch die zunehmende Bewegung. Wärme und lokale Massagen führen schnell zu einer Verbesserung der Ausstrahlung. Wenn es nachts zu einem Einschlafen der Finger oder Hände kommt, manchmal sogar an beiden Armen, und dies dann nach leichtem Ausschütteln der Hände abklingt, spricht dies für eine Muskelverspannung. Das Ausschütteln der Arme führt zu einer Entspannung der Nackenmuskulatur und die durch das Liegen entstandene Verkrampfung mit Einengung der Armnerven wird aufgelöst.


In seltenen Fällen ist eine zusätzliche Rippe, eine Fehlposition der Rippe, eine veränderte Lage der Blutgefäße, die zum Arm führen, oder ein ungünstig verheilter Schlüsselbeinbruch die Ursache. Vorsichtshalber sollte bei diesen Schmerzen deshalb eine weitere ärztliche Untersuchung erfolgen.

Selbstcheck

Drehen Sie den Kopf einmal vorsichtig zur Seite und beobachten Sie, ob es dabei zu einer Ausstrahlung der Schmerzen in den Arm oder die Schulterregion kommt und in welche Region die Schmerzen ausstrahlen. Zusätzlich können Sie den Kopf einmal leicht zur Seite neigen und auch hier überprüfen, ob eine Ausstrahlung entsteht. Wichtig ist auch, ob die Ausstrahlung bestehen bleibt oder von selbst wieder abklingt. Kommt es zum Einschlafen bestimmter Finger oder zu Gefühlsstörungen im Bereich des Oberoder Unterarms? Prüfen Sie, ob Sie die Schulter frei bewegen können, das heißt, ob Sie mit der Hand hinter den Kopf greifen


können und den oberen und unteren Rücken erreichen (Schulter-und Schürzengriff). Wenn es hierbei zu Schmerzen kommt, spricht dies eher für eine Schmerzausstrahlung aus dem Schultergelenk. Da auch eine Einengung der Nerven an der Hand (Karpaltunnelsyndrom) zu ausstrahlenden Schmerzen führen kann, beobachten Sie auch, ob das feste Zusammendrücken der Faust Schmerzen verursacht oder ob bestimmte Finger weniger Kraft haben.

Mögliche Ursachen

Bei Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule und bei Bandscheibenveränderungen kommt es zu einer starken Schmerzhaftigkeit und der Schmerz nimmt in bestimmten Lagepositionen zu. Manchmal kommt es zusätzlich zum Einschlafen einzelner Finger oder zu einem in den Oberarm und die Hand ausstrahlenden Kribbelgefühl mit Über- oder Unterempfindlichkeit der Haut. Durch die Schmerzhaftigkeit besteht eine Schutzhaltung und eine Bewegungseinschränkung. Aber auch bei Muskelverspannungen oder Blockierungen kann es zu ausstrahlenden Schmerzen in den Arm kommen. Die Nerven der Hand und des Armes ziehen über die Schulter-Nacken-Region in den Halsbereich und gehen dort in das Rückenmark über. Verspannungen der Muskeln können einen Druck auf die Nerven ausüben, sodass die Nervenleitung gestört wird. Dies ist dann durch


Einschlafen der Finger oder der gesamten Hand spürbar. Unter jedem Halswirbel verlässt ein Nerv das Rückenmark. Da jeder Nerv für einen ganz bestimmten Bereich der Hand zuständig ist, hat es sich bewährt, auf den Ort der Gefühlsstörung besonders zu achten. Ist nur der kleine Finger und der äußere Teil des Ringfingers in seiner Empfindlichkeit vermindert, spricht dies, anders als bei einer Gefühlsstörung der ganzen Hand, eher für eine bandscheibenbedingte Ursache. Als Faustregel gilt: Je eindeutiger Sie die Gefühlsstörung einem Bereich in dieser Tafel zuordnen können, desto eher kann ein Bandscheibenvorfall die Ursache Ihrer Beschwerden sein. Wenn die Gefühlsstörung sich klar zuordnen lässt oder Ihnen eine Kraftminderung der Finger oder des Armes auffällt, sollten Sie unverzüglich eine weitere ärztliche Untersuchung vereinbaren.


Da manchmal auch eine Schmerzausstrahlung durch Veränderungen der Nerven im Ellenbogengelenk oder im Handgelenk ausgelöst werden kann, ist zumeist auch eine neurologische Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit erforderlich.



Kopfschmerzen, Schwindel und Ohrgeräusche

Symptome

Bei halswirbelsäulenbedingtem Kopfschmerz kommt es oftmals dazu, dass die Schmerzen ausgehend von einem Verkrampfungsgefühl im Nacken entstehen. Bedingt durch die Nähe zum Ohr und die vielfältigen Nervenverbindungen können auch Schwindel und Übelkeit ausgelöst werden. Dieser Kopfschmerz ist oft dann mit einer Blockierung der obersten Halswirbel verbunden, sodass die Untersuchung durch einen manualtherapeutisch geschulten Arzt hilfreiche Unterstützung bietet.

Bei zusätzlich bestehenden Verspannungen der unteren Halswirbelsäule und der Schulter-Nacken-Region helfen die beschriebenen Mittel und Übungen zur Muskelentspannung.

 

 

Auch wenn sich manchmal in der akuten Phase durch die speziellen Übungen keine Verbesserung erreichen lässt, hat sich doch gezeigt, dass sich durch regelmäßiges Üben die Schmerzhäufigkeit und die Schmerzdauer der nackenbedingten Kopfschmerzen wesentlich reduzieren lässt. Auch bei der klassischen Migräne kommt es durch beweglichkeits- fördemde und entspannende Übungen zu einer Verminderung der Schmerzhäufigkeit und der Schmerzintensität.

Selbstcheck

Kopfschmerzen, Schwindel und Ohrgeräusche können über Verspannungen der tiefen Nackenmuskulatur ausgelöst werden. Beobachten Sie einmal, ob der Kopfschmerz im Nacken beginnt oder durch einen Nackenschmerz ausgelöst wird. Falls zusätzliche Einschränkungen in der Beweglichkeit bestehen oder Sie druckschmerzhafte Punkte finden, ist es möglich, dass Ihre Beschwerden hierdurch verursacht werden. Eine genauere Untersuchung zur Feststellung der Zusammenhänge kann von Ihrem Arzt durchgeführt werden.


Um die Auswirkung innerer Organe auf die Beschwerden festzustellen, probieren Sie einmal, ob sich durch das Nach-oben-Ziehen der Rippenbögen, das Reiben der Augen oder das Auflegen einer Wärmflasche auf den Bauch eine Veränderung der Symptome einstellt. Bei deutlicher Verbesserung hilft eine osteopathische Untersuchung.

Mögliche Ursachen

Die Ursachen für Kopfschmerzen und Schwindel sihd vielfältig und werden auch durch Veränderungen in weiter entfernt liegenden Körperregionen ausgelöst. Vor einer Selbstbehandlung sollten Sie Erkrankungen des Ohrs und des Gleichgewichtsorgans durch eine Untersuchung des HNO-Arztes oder auch eines Neurologen ausschließen lassen. Aus orthopädischer Sicht können Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskulatur, der tiefen Halsmuskulatur oder Blockierungen der kleinen Wirbelgelenke an der Halswirbelsäule Ursachen für Kopfschmerzen, aber auch für Schwindel und Ohrgeräusche sein.


Ebenso können Bandscheibenschäden, Verschleißerscheinungen der kleinen Wirbelgelenke oder Entzündungen und Fehlbildungen der Wirbel zu Schmerzen führen. Um dies genauer festzustellen, ist zumeist eine Röntgenuntersuchung erforderlich. Auch Störungen der Sehfähigkeit oder eine ungleiche Sehfähigkeit der Augen können über eine veränderte Kopfhaltung oder eine Verspannung der Muskulatur zu Kopfschmerzen und Schwindel führen.

 

 

Veränderungen der inneren Organe können mit einer vermehrten Muskelanspannung oder einer Anspannung des Zwerchfells einhergehen und ebenso zu diesen Symptomen beitragen. Kopfschmerzen oder Schwindel können auch durch zu niedrigen Blutdruck oder Flüssigkeitsmangel ausgelöst werden


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